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Montag, 15. Mai 2017

Prüfungswissen Rechnungswesen - Inventur - Inventar - Bilanz

 Jeder Rechnungswesen Unterricht beginnt mit den Begriffen Inventar, Inventur und Bilanz. In diesem Beitrag wollen wir die Begriffe Inventar, Inventur und Bilanz voneinander abgrenzen, definieren und erklären welche rechtliche und  betriebswirtschaftliche Grundlage es hierfür gibt.

Laut 240 HGB ist jeder Geschäftstreibender bei der Gründung und Übernahme, sowie beim Schluss des Jahres zu einer Bestandsaufnahme verpflichtet. Dabei sollen Vermögen und Schulden zusammengefasst und erfasst werden und einander gegenüber gestellt werden. Das geschieht im Laufe des Verarbeitungsprozesses von der Inventur bis hin zur fertigen Bilanz. Man sollte zu einem bestimmten  Zeitpunkt die Schulden und das Vermögen sowohl mengenmäßíg als auch wertmäßig erfassen können.

Hierbei muss man unterscheiden ob es sich um eine körperliche Inventur handel , die durch das Zählen und Wiegen und zum Teil auch durch Schätzen die Menge der Gegenstände erfassen kann. Außerdem kann eine Inventur in Form einer Buchinventur ablaufen, bei der die nicht körperlichen Vermögensteile durch Belege erfasst werden.

Die Inventur läuft ab, indem der Inventurleiter den Aufnahmeplan aufstellt und plant und die ordnungsgemäße Durchführung der Inventur überwacht.

Inventurarten
Zeitlich kann man eine Stichtagsinventur und eine verlegte Inventur voneinander abgrenzen.

Eine Stichtagsinventur kann zehn Tage vor oder zehn Tage nach einem Stichtag ablaufen. Dieser Stichtag ist dann die Berechnungsgrundlage und Differenzen in Form von Zu- und Abgänge können dann zu dem Stichtagswert hinzu gerechnet werden oder abgezogen werden.

Eine verlegte Inventur zieht sich zu einem anderen Zeitpunkt hin.

Die permanente Inventur findet laufend statt. Hierzu wird eine Lagerkartei geführt, die dann immer aktualisiert wird, wenn Waren hinzu kommen oder entnommen werden.

Eine Stichprobeninventur fasst mathematisch mit Hilfe von Statistischen Methoden die Werte einer Stichprobe auf die Gesamtheit. Zum Beispiel nimmt man aus einem Sack von Schrauben 1 Messbecher voll Schrauben hinaus. Dann zählt man diese und wiegt diese. Wenn man nun das Gewicht des gesamten Sackes kennt kann man daraus herleiten wie viele Schrauben in dem Sack enthalten sind.


Aus der Inventur geht das Inventar hervor. Hierbei handelt es sich um ein Bestandsverzeichnis.

In dem Bestandsverzeichnis sind alle Vermögensgegenstände und Schulen zu einem Stichtag erfasst. Sie sind nach Menge, Art und Wert aufgegliedert. Die Vermögensteile teilt man in Anlagevermögen und Umlaufvermögen auf. Hierbei ist die Anordnung nach Fälligkeit bereits so vorgesehen wie dies auch später in der Bilanz angeordnet werden soll.

In der Bilanz sind die Inhalte aus dem ausführlichen Bestandverzeichnis zusammen gefasst. Hierbei wird der Inhalt in Kontenform aufgeführt. Das Verhältnis zwischen Vermögen und Schulen wird in den Posten Aktiva = also den Vermögensposten und Passiva ( den Kapitalposten ) gegliedert.  Über die Bilanz und ihren Aufbau, sowie die gesetzlichen Grundlagen werden wir im Verlauf des Blogs noch weitere Inhalte lernen. Die Bilanz gehört zum Prüfungswissen für das Fach Rechnungswesen.

Man sollte:

  • Aus einem Inventar eine Bilanz erstellen können
  • Die Reihenfolge Inhalte in der der Bilanz kennen
  • Wissen welche rechtlichen Grundlagen es für den Aufbau der Bilanz gibt ( HGB) 



Montag, 8. Mai 2017

Prüfungswissen Rechnungswesen - Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Jeder, der sich auch nur im weitesten Sinne mit Rechnungswesen befasst, wird schon einmal von den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung gehört haben. Sie gehört zum Basiswissen aller betriebswirtschaftlichen Berufe, denn Rechnungswesen ist eine Kerndisziplin dieser Bereiche.

Was sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung?


Die Grundsätze sind eine Ergänzung zum HGB und den darin festgelegten Vorschriften für die Buchführung. Sie sollen der Einheitlichkeit und Klarheit dienen und helfen die Buchführung auswertbar und nicht manipulierbar zu halten.
Die Grundsätze sind aus den täglichen Abläufen aller Buchführenden nicht weg zu denken und sind auch Bestandteil jeglicher Software, die der Buchhaltung dient.
Man muss zwischen den GoB und den GoBD unterscheiden. Erstere bezeichnen die allgemeinen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, während sich die letzteren mit den Grundsätzen befassen, die für die Datenverarbeitung wichtig sind.

Diese Grundsätze stammen aus der Wissenschaft und der Praxis, sind der Rechtssprechung und den Empfehlungen der Wirtschaftsverbände entnommen. Man möchte damit alle Geschäftsfälle erfassen, die Unterlagen sollten klar und übersichtlich sein und man sollte dem eisernen Grundsatz folgen, dass keine Buchung ohne Beleg erfolgen darf. Zudem muss das Dokument immer verfügbar und lesbar sein.

Warum gibt es die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung?

Diese Grundsätze haben mehrere Zwecke. Vor allem sichern sie den Schutz vom

  • Gläubiger der Unternehmer
  • den Unternehmer selbst
  • den Steuerzahler


Sie haben das Ziel einen fundierten Überblick über die finanzielle Lage zu vermitteln und alle Geschäftsfälle nachvollziehbar darzustellen.

Welche Grundsätze gibt es?

Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit

Dieser Grundsatz ist der Wichtigste, wenn man sich die Buchführung vieler Betriebe ansieht. Bei der Buchführung gilt es zu beachten, dass diese so zu führen ist, dass die Vorgänge stets von Personen nachvollzogen werden können, welche nicht zum Betrieb gehören und auch keine Kenntnis davon haben wie die Vorgänge im Betrieb ablaufen. Beispiel für einen Verstoß gegen diesen Grundsatz: Susi Sorglos kürzt alle Bestellvorgänge immer nach eigenem Belieben ab. Sie vermerkt diese Bezeichnungen auch nirgendwo. Korrekt wäre es: Einheitliche Benennungen zu verwenden, Unklarheiten zu erklären und zu dokumentieren.

Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit

Die Geschäftsfälle in der Buchführung müssen auf real existierenden Ereignissen beruhen, welche sich auch in der Buchhaltung nachvollziehen lassen. Beispiel für einen Verstoß gegen diesen Grundsatz: Wir haben eine Kassendifferenz von 100 Euro und schreiben diese einfach auf irgendeine Entnahme. Hier gab es ja keine reale Entsprechung zur Buchung. Korrekt wäre dies auch als Fehlbetrag zu erfassen.

Grundsatz der Vollständigkeit
Alle Geschäftsfälle müssen vollständig und komplett abgehandelt werden. Außerdem sollten sie zeitgerecht und komplett erfasst werden. Wenn Belege oder Angaben fehlen würde, könnte man ja einfach Zahlungen verheimlichen oder hinzu fügen. Darum ist dieser Grundsatz so wichtig.

Unterlagen der Buchführung sind 10 Jahre lang auf zu bewahren. 
Die Unterlagen müssen jederzeit lesbar sein. Bei Unterlagen aus der digitalen Welt müssen diese nach GOBD jederzeit lesbar gemacht werden können. Dies setzt auch voraus, dass man die Unterlagen auf gut abrufbaren Speichermedien aufbewahrt hat.
  • Saldierungsverbot
  • Grundsatz der Bilanzidentität
  • Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
  • Grundsatz der Einzelbewertung
  • Grundsatz der Vorsicht
  • Realisationsprinzip
  • Imparitätsprinzip
  • Grundsatz der Periodenabgrenzung
  • Grundsatz der Stetigkeit der Bewertungsmethoden
Verstöße gegen die GOB

Wer die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ignoriert oder sie in Grundzügen oder komplett vernachlässigt, der muss mit harten Konsequenzen rechnen. Zum Einen kann es steuerrechtlich schwerwiegende Folgen haben. So kann die zuständige Steuerbehörde die finanzielle Situation der Firma ja nicht ordnungsgemäß beurteilen und wird so zum Schätzen der Kennzahlen Umsatz und Gewinn greifen. Das zieht auch einen geschätzen Steuerbetrag nach sich, den der Unternehmen dann zahlen muss.

Wer Jahrensabschlüsse verschleiert oder unwahr abgibt, den drohen Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen können auf die Personen zu kommen.

Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass im Streitfall nur eine korrekte Buchführung über Beweiskraft verfügt. Dies kann man im Handelsgesetzbuch §258 und den folgenden Teilen nachlesen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. https://debitoor.de/lexikon/grundsaetze-ordnungsmaessiger-buchfuehrung-gob
  2. http://buchhaltung-lernen.de/grundsaetze-ordnungsgemaesser-buchfuehrung-gob.html
  3. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/grundsaetze-ordnungsmaessiger-buchfuehrung-gob.html
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Grunds%C3%A4tze_ordnungsm%C3%A4%C3%9Figer_Buchf%C3%BChrung

Montag, 1. Mai 2017

Prüfungswissen Rechnungswesen - Wie baut man einen Buchungssatz

Wer in einem Betrieb arbeitet und dort das Rechnungswesen leitet, der muss buchen können. Hierfür sollte man die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung kennen, die festlegen wie die Buchführung abzulaufen hat.
Doch die schönsten Grundsätze nützen gar nichts, wenn man nicht zumindest in Grundzügen einen Buchungssatz bauen kann. 


Bilanz und Konten 

Zunächst muss man wissen, dass alles in der Buchführung mit der Bilanz beginnt. Diese hat eine Aktivseite und eine Passivseite. Aus der Bilanz und den anderen Abschlussdokumenten des Jahres entsteht nach einer Konteneröffnung ( die wir auch noch mal besprechen )  eine ganze Bandbreite von Konten. Diese kann man in einem Kontenrahmen als Übersicht sehen. Jeder Vorgang im Betrieb kann in einem Konto erfasst werden und so alles an Vorfällen abbilden, was in dem Betrieb so passiert. Einige Konten brauchen wir oft, so wie das Konto Kasse oder Bank, andere Konten sind seltener in Gebrauch. Auf jeden Fall müssen wir aber zwei Arten von Koten unterscheiden:

Kontenarten

Es gibt nur zwei Arten von Konten, die wir in  dem täglichen Geschäftsfeld gebrauchen:
Aktivkonten und Passivkonten.
Bei den Konten heißen die Seiten

Statt Aktiv und Passiv
Soll und Haben

Und man bezeichnet als Aktivkonten jene Konten, die im AKTIV mehr werden und im Passiv weniger werden. Als Passivkonten sind jede Konten bezeichnet die im Passiv mehr werden und im Aktiv weniger.

Aktivkonten werden also im Soll mehr - Passivkonten werden im Haben mehr.

Das muss so sein, damit wir gemäß der doppelten Buchführung immer ein Buchungspaar bilden können.

Der Buchungssatz Aufbau

Der Buchungssatz ist immer so aufgebaut
SOLL an HABEN

Vier Arten von Geschäftsfällen
Man unterscheidet vier Arten von Geschäftsfällen, danach welche Wirkung sie auf welche Seite(n) der Bilanz haben

  • Aktiv Tausch
  • Passiv Tausch
  • Aktiv-Passiv- Mehrung
  • Aktiv-Passiv-Minderung
Vorgehen beim Bilden eines Buchungssatzes
  1. Man geht in vier Schritten vor:
  2. Geschäftsfall nach den betroffenen Konten untersuchen
  3. Feststellen ob es Aktivkonten oder Passivkonten sind
  4. Wo sind diese Konten betroffen im SOLL oder im Haben
  5. Buchungssatz bilden

Beispiel
  1. Wir kaufen eine Packung Büroklammern bar ein
  2. Konten: Büromaterial und Kasse
  3. Beides sind AKTIV Konten, das heißt es kann nur ein Aktiv Tausch sein. Das bedeutet eins der Konten wird MEHR und eins der Konten wird weniger
  4. Wir kaufen Büromaterial ein, also wird dieses mehr, dafür geben wir Geld aus, das wird weniger, also wird Büromaterial mehr ( im Soll ) und Kasse wird weniger im Haben 
  5. Büromaterial an Kasse

Dienstag, 25. April 2017

Werbung in eigener Sache

Heute stelle ich Euch mal das Video Die drei Spinneren vor. Es passt natürlich nicht ganz auf diese Seite, doch war es mir wichtig Euch einmal zu zeigen welche Projekte wir noch so haben, außer einfach nur die kühle Wirtschaft voran zu treiben. Märchen und Sagen, Geschichten und Erzählungen, Heiteres und Trauriges findet Ihr auf dem Kanal für Sophie, Sophies Märchenland

Montag, 24. April 2017

Volkswirtschaftslehre - Der Homo Oeconomicus

Adam Smith ( 1723-1790 ) wusste schon, dass jeder nach seinem eigenen Wohle strebt. So kauft man die Wurst beim Metzger nicht, damit es dem Metzger gut geht, sondern damit man seinen Hunger auf Wurst stillt.

Der homo oeconomicus hat demnach folgende Merkmale


  • er denkt wirtschaftlich
  • er handelt rational
  • seine Entscheidungen beruhen auf Grundlage vollständiger Informationen
  • er hat stabile Präferenzen
  • er ist stets auf seinen persönlichen Vorteil bedacht


























In der Theorie wird davon ausgegangen, dass sich der Homo Oeconomicus stets so verhält, dass er den maximalen Nutzen aus seiner Entscheidung ziehen kann. Wenn er also zwischen zwei Wahlmöglichkeiten wäre, würde er stets jene wählen, die für IHN den größten Vorteil beinhaltet.

Beispiel: Simon kann sich entscheiden, entweder bekommt er 100 Euro oder er bekommt 80 Euro und sein bester Freund Eric bekommt 20 Euro. Nach dem Grundsatz des Homo Oeconomicus würde Simon nun die 100 Euro nehmen. Doch man kann davon ausgehen, dass es wenige Menschen gibt, die ihrem besten Freund die 20 Euro nicht gönnen.  Darum stellt die Wissenschaft diese Ansicht in Frage:

Moderne Theorien

man sieht den Homo Oeconomicus heute häufig kritisch. Da der Mensch nie ein vollständiges Informationsangebot hat und auch nicht immer rational handelt finden heutige Ökonomen die Annahme des Homo Oeconomicus unsinnig. Zudem muss man sagen, dass Werbung oder Marketing bei einem solchen Menschen wirkungslos wäre. Dies ist ja aber bekanntlich beim Menschen an sich nicht der Fall. Menschen kaufen eben manchmal nicht aus rein rationalen Motiven, sondern viele Käufe sind von Emotionen gelenkt.



Quellen und Stoffverortung:
Wo ist das in meinem Lernstoff:
ILS HEFT VWL 2  Kapitel 4.2
Wirtschaft für Einsteiger Arbeitsblatt 5

Zum Weiterlesen

http://www.bwl-wissen.net/definition/homo-oeconomicus
http://www.bwl-wissen.net/definition/homo-oeconomicus
http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/homo-oeconomicus/homo-oeconomicus.htm

Montag, 17. April 2017

Was kann ich im Alltag für meinen Wirtschaftsfachwirt tun?

Viele Dinge kann man nur lernen, wenn man sich an den Schreibtisch begibt und ackert, ackert und nochmal ackert. Andere Dinge erledigen sich so nebenbei. So beim Vorbeigehen sozusagen. Einige dieser Dinge möchte ich Euch noch mal auflisten, um Euch beim Lernen zu inspirieren und Möglichkeiten auf zu zeigen das zu Lernende besser zu verinnerlichen.


Nachrichten

Manchmal vergisst man es ja, die tägliche Dosis News aufzunehmen. Dabei wäre gerade das so wichtig, denn schließlich werden hier immer mal wieder Begriffe und Inhalte aufgegriffen, die auch als Wirtschaftsfachwirt Prüfling gewusst werden wollen. Von der ESBZ und dem Leitzins bis hin zur Konjunkturkrise es gibt fast kaum eine News die man nicht mit in den Ausbildungskanon einsortieren könnte.

Gespräche

Man sollte sich die Zeit nehmen und auch mal mit anderen Menschen über das Gelernte und über Politik zu sprechen. Sicher, nicht alles was Andere sagen hat Hand und Fuß doch darum geht es gar nicht. Es geht darum zu üben: Das Argumentieren, eine Meinung vertreten, Fragen zu beantworten, sich fachlich positionieren. Alles Dinge, die in der Prüfung abgefragt werden und wichtig sind.

Der Lernsnack zwischendurch

Man unterschätzt gerne die berühmten 10 Minuten am Tag und deren Effekt auf den Lernerfolg. 10 Minuten, das sind alle Werbepausen eines Abendfilmes zusammen. In denen kann man sich sehr gut noch mal die Karteikarten vornehmen, einfach durchlesen oder innerlich abfragen. In denen könnte man auch noch ein paar Seiten der Lernhefte lesen, ein Lehrbuch durcharbeiten oder sich in 10 Minuten am Tag Youtube Videos zu den Themen der Stunde heraussuchen.

10 Minuten am Tag, das sind bei 360 Tagen im Jahr, bei 1,5 Jahren Ausbildung ( was 360 Tagen plus 180 Tagen entspricht ) 540 Tage mit 10 Minuten, also 5400 Minuten, also 90 gesamte Stunden, was schon drei komplette Tage bedeutet in denen man Tag und Nacht lernt...

Also nehmt Euch die 10 Minuten, gönnt Euch den Bonus, baut den Lernsnack in Euer leben ein.

Wissen statt Fernsehezeitung

Nun mal Werbung in eigener Sache: Gönnt Euch statt einer Fernsehzeitung noch mal das Managermagazin oder ein anderes wirtschaftliches Fachblatt. Auch Börsenmagazine und Co können den Horizont doch deutlich mehr erweitern, als es eine Fernsehzeitung ( und sei diese noch so gut ) je  könnte.

Reportagen statt Spielfilm

Abends einfach mal eine Reportage gucken "Deutschland als Exportweltmeister " und Co kann den Horizont schon so sehr erweitern. Dies fließt dann auch die Inhalte mit ein, die man bei den Prüfungen wieder gibt und man kann sich im Fachgespräch und bei den Klausuren als umfassend informierter Prüfling präsentieren.  

Montag, 10. April 2017

VWL / BWL - Die drei Wirtschaftssektoren ( Erweiterung um den vierten Sektor )

In der Betriebswirtschaftslehre lassen sich die Firmen und Unternehmen in drei Arten von Gruppen gliedern. Diese sind nach ihrem Zeitpunkt im Produktionsprozess sortiert. Man nimmt eine solche Aufteilung auch deshalb vor, um festzustellen in welchem Sektor sich ein Unternehmen betätigt und welche Verarbeitungsstufe eines Produktes diese Stufe darstellt. Die drei Sektoren lassen sich vom primären über den sekundären Sektor bis hin zum tertiären Sektor einteilen.

Der primäre Sektor oder der Sektor der Urerzeugung

hier sind alle Betriebe zusammengefasst, die am Anfang des Produktionsprozesses stehen. Sie gewinnen oder produzieren die Rohstoffe meist direkt aus der Natur. Zum Beispiel fallen die Bauern in diesen Sektor, welche aus der Natur die Produkte gewinnen, die zur weiteren Verarbeitung in den gesamtwirtschaftlichen Umsatzprozess eingehen. So gewinnt der Bauer aus der Natur Milch, welche dann zum Herstellen von Seife verwendet werden kann. So entsteht im Sektor der Urerzeugung jenes Produkt, welches kombiniert mit anderen Produkten später zum Endprodukt wird.

In den Sektor der Urerzeugung fallen

  • Fischereien
  • Bergbau
  • Landwirtschaft
  • Wasserkraft und Windkaft


Der sekundäre Sektor oder der Sektor der Industrie / Weiterverarbeitung

In diesem Sektor werden alle Produkte aus dem Sektor der Urerzeugung  aufgegriffen und weiter verarbeitet. Hier werden zum Beispiel die landwirtschaftlichen Erzeugnisse verarbeitet. In unserem Beispiel wäre es die Molkerei, die die Milch aus der Landwirtschaft weiter verarbeitet.

In diesen Sektor fallen

  • Wasserwirtschaft
  • Industrie
  • Handwerk
  • zT Bergbau


Der tertitäre Sektor oder der Dienstleistungssektor

In dem dritten Sektor wird die aus der Urerzeugung gewonnene Rohmasse, welche im sekundären Sektor verarbeitet wurde verkauft und beworben. In unserem Beispiel gewann der Bauer Milch im Sektor der Urerzeugung, diese wurde im sekundären Sektor zu Seife verarbeitet und wird nun im tertiären Sektor verkauft,  weiter gehandelt ( Großhandel ), beworben und so weiter.
In diesen Sektor gehören
  • Banken
  • Versicherungen
  • Handel
  • Großhandel
  • Beratungen


Der quartäre Sektor oder der Sektor der Information

Klassisch zählt man die Betriebe und Berufe aus diesem Sektor zum tertiären Sektor. Doch der 1961 durch Jean Gottmann vorgeschlagene vierte Sektor hilft den Anforderungen unserer Informationsgesellschaft gerecht zu werden und diesen besonderen Wirtschaftszweig auch in den Wirtschaftssektoren ab zu bilden.

Hier gehören die Dienstleistungen aus der Beratung dazu. Das sind neben Rechtsanwälten auch Steuerberatger oder die Erziehungsberufe und die Heilberufe. Aber auch technische Zweige sind aus diesem Sektor nicht weg zu denken, es werden die IT Technologien und Kommunikationstechnologien hier eingegliedert und auch die Hochtechnologien, zB Nanotechnologien.

Der Quintäre Sektor oder der Sektor der Entsorgungswirtschaft

In diesem Sektor wird alles zusammen gefasst, was sich mit dem Entsorgen und Wegwerfen beschäftigt. Neben dem Recycling Sektor somit auch die Logistik der Entsorgung.
Hier finden sich

  • Abfallwirtschaft
  • Müllabführ
  • Kläranlagen
  • Recycling

Zeitliche Entwicklung

Ein Land entwickelt sich in der Regel vom primären Sektor hin zum tertiären Sektor. In Deutschland waren im 18. Jahrhundert noch über 60 Prozent der Arbeitnehmer im Sektor der Urerzeugung beschäftigt. Im Laufe der Zeit kam es zu einer Entwicklung hin zum dritten Sektor.  Dieser gewann mehr und mehr an Bedeutung und wurde schließlich im 21- Jahrhundert mit über 60 Prozent der Arbeitnehmer zum größten Arbeitsfeld der Deutschen. Im primären Sektor sind nur noch 3 Prozent der Arbeiter beschäftigt.


Quellen und weiterführende Links

http://www.cpw-online.de/kids/wirtschaftsbereiche.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftssektor
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