Montag, 26. Juni 2017

Buchtipp Die Prüfung der Wirtschaftsfachwirte

Ich werde immer mal wieder gefragt welchen Tipp ich Lernenden geben würde, wenn sie sich auf die Prüfungen vorbereiten wollen. Ein wichtiger Tipp ist die Anschaffung von 2 Büchern. Diese sind für den ersten und für den zweiten Prüfungsteil bestimmt. Sie haben uns treue Dienste geleistet und sind übersichtlich, gut aufgebaut und sehr verständlich geschrieben.
Die Links sind Affilate Links: Unterstützt uns mit einem Einkauf bei Amazon und zeigt, dass Ihr unsere Mühe schätzt. Danke 

 Hinzu kommt, dass man aus ihnen unvergleichlich viele Tipps bekommt ( zum Beispiel, dass man sich die Zahlen für das magische Viereck vor der Prüfung holen und lernen sollte. Wir haben uns die Bücher komplett eingescannt und dann auf dem Handy vor den Schlafengehen gelesen. Ja, ich weiß man kann sich schönere Dinge vorstellen. Aber das hat wirklich sehr gut geholfen, denn hier hat man die alten Bekannten aus den Heften noch mal wiedergefunden. Manchmal ausführlicher, manchmal auch knapper, jedoch immer verständlich und irgendwie auch gut aufbereitet. Mir hat besonders gut gefallen, dass es in den Büchern auch klausurtypische Aufgaben und Fragen gibt.
   

Montag, 19. Juni 2017

Unser Youtube Kanal

Es wird mal Zeit für etwas Werbung in eigener Sache:

Da wir uns immer wieder gefragt haben wie man die Inhalte aus dem Blog noch spannender und informativer gestalten kann haben wir uns entschlossen einen Kanal zu gründen. Dieser befasst sich mit den Inhalten des Wirtschaftsfachwirtes aber auch mit den wichtigsten Dingen rund um das Thema Chef sein.

Schaut mal rein, ich würde mich freuen.

https://www.youtube.com/channel/UCJClKOqVubuhWL2Tiy8RS5g

Montag, 12. Juni 2017

Die europäische Zentralbank

Der aktuelle Präsident der EZB ist Mario Draghi, der Vizepräsident ist Vítor Constâncio. 

Aufgaben der EZB

  • führt Bankgeschäfte mit Banken und Nichtbanken im privaten und öffentlichen Bereich
  • Notenbank der EU
  • Festlegung der Geldpolitk
  • Versorgt die Wirtschaft mit Geld ( Nur die EZB darf Euronoten machen )
  • Ausführung der Geldpolitik
  • Währungsreserven der Mitglieder verwalten
  • Zahlungsverkehr in der Gemeinschaft organisieren
  • Hüterin der Währung ( Sorgt für die Stabilität des Geldwertes ) 
  • Bank des Staates ( ist die Bank der Bundesrepublik, so wie wir bei der VR Bank, Sparkasse, Commerzbank oder so sind )
  • Bank der Banken ( Gibt den Banken Kredite - siehe Clearing, siehe Geldschöpfung
  • Trägerin des Auslandszahlungsverkehrs ( Deutschland ist stark auf den Export konzentriert, darum übernimmt die EZB die wichtige Aufgabe den Zahlungsverkehr mit dem Ausland zu tragen ) 


Bei den Entscheidungen beruft sich die EZB auf

  • das aktuelle Preisniveau
  • Kurse von Yen und Dollar
  • die aktuelle Konjunkturlage
  • die Lage auf den Finanzmärkten 

Clearing 

Die privaten Banken verschulden sich bei EZB, die EZB bestimmt dabei wie viel Mittel sie zur Refinanzierung der Banken zur Verfügung stellt.  Im Giro Ring der Banken wird der Zahlungsverkehr ohne die Zentralbank abgewickelt. Dies wird als Clearing bezeichnet und im Euroraum über das TARGET System abgewickelt. ( siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Clearing)

Stellung der EZB in Europa

Die EZB ist frei von allen nationalen Einflüssen
die Regierungen der Länder haben kein Recht auf Kredite durch die EZB, kein Vetorecht bei geldpolitischen Beschlüssen, keine Weisungsrechte.

Die Unabhängigkeit der EZB ist ein wichtiges Instrument und darum auch gesetzlich verankert. Sie hat

  • Weisungsunabhängigkeit Darf keine Weisung von Regierungen oder anderen öffentlichen Organen in Empfang nehmen
  • Finanzielle Unabhängigkeit Keine Vergabe von Krediten an Regierungen oder öffentliche Haushalte
  • Personelle Unabhängigkeit  Die Mitglieder des EZB Rates können nur in besonderen Fällen aus dem Amt genommen werden 
  • Funktionelle Unabhängigkeit die Hauptaufgabe der EZB ist die Geldwertstabilität in zweiter Linie soll sie auf die Wirtschaftspolitischen Belange Rücksicht nehmen 

aber auch

  • Rechenschaftsverpflichtung Muss Jahresbericht beim EU Parlament einreichen. Hier kann man sich die aktuellen Jahresberichte ansehen. https://www.ecb.europa.eu/pub/annual/html/index.en.html



Aufbau der EZB

Die EZB besteht aus mehreren zentralen Organen ( vergleiche Prüfung der Wirtschaftsfachwirte, wirtschaftsbezogene Qualifikationen S. 77 und 76 )

Der Rat der europäischen Zentralbank ist das oberste Organ. Der Präsident, der Vizepräsident und die weiteren Minister werden von den Präsidenten der nationalen Zentralbanken ergänzt.

Das Direktorium 
ist die Exekutive der EZB und besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und den vier weiteren Mitgliedern des Direktoriums. Zu ihren Aufgaben gehören die Leitung und Verwaltung der EZB und die Durchführung der Beschlüsse der EZB. Das Direktorium erteilt den Nationalbanken Weisungen

Ernennung des Direktoriums erfolgt, indem der ECOFIN-Rat das Direktorium empfielt. Dieses wird dann von den Regierungen ernannt.

Der erweiterte EZB Rat ist für alle EU Staaten, die noch in in der Währungsunion angekommen sind. Diese besteht aus den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Nichtteilnehmerländern und dem EZB Rat. Dieser erweiterte Rat hat die Aufgabe zu prüfen, ob die Kandidaten die Konvergenzkriterien erfüllen. Sie ist auch das Verbindungselement der Währungsunion mit EWS II und hat nur eine beratende Funktion. Sie darf keine geldpolitischen Entscheidungen fällen.


Quellen


  1. Volkswirtschaftslehre II 0416A03 Dipl.-Volkswirt Matthias Natschinski überarbeitet von Klaus Krampe
  2. Dahl, Volkswirtschafslehre http://amzn.to/2dzee7a
  3. https://www.ecb.europa.eu
  4. Bildquelle Pixabay

Montag, 5. Juni 2017

Konjunktur



Was ist Konjunktur? 

Als Konjunktur bezeichnet man die wirtschaftliche Lage. Diese kann von einem Land oder von einer Firma stammen und sie durchläuft klassische Phasen - den sogenannten Konjunkturzyklus. Dieser beginnt immer wieder von Neuem, wenn er einmal durchlaufen wurde und beschäftigt uns regelmäßig. Wir lesen nicht nur in den Zeitungen vom Konjunkturbericht, sondern bekommen die wirtschaftliche Lage auch sehr am eigenen Laib zu spüren. Manchmal sehen wir auch die Maßnahmen des Staates, die der Konjunkturbelebung oder - bremsung dienen sollen.


Aufschwung EXPANSION

  • Wirtschaftssubjekte fragen immer mehr nach
  • Stimmung wird optimistischer
  • Nachfrage steigt
  • Angebot ist elastisch
  • Preise bleiben stabil
  • Zunehmende Kapazitätsauslastung
  • Die Neueinstellungen steigen
  • Sinkende Arbeitslosigszeitszahlen
  • Steigende Nachfrage nach Investitionsgüter
  • Kredite haben niedrige Zinsen
  • Steigende Steuereinnahmen


Expansion BOOM 

  • Steigende Konsumgüternachfrage
  • Steigende Preise
  • Steigende Löhne ( Lohn Preis Spirale )
  • Steigende Zinsen
  • Sinkende Aktienkurse
  • Sinkende Gewinne
  • Sinkende Investitionsgüternachfrage
  • Sinkende Stimmung


Abschwung Rezession

  • sinkende Invstitionsgüternachfrage
  • sinkende Konsumgüternachfrage
  • sinkende Produktion
  • Steigende Arbeitslosigkeitszahlen
  • Banken haben freie Überschussreserven
  • Sinkende Zinsen
  • Sinkende Aktienkurse, die sich langsam wieder erholen
  • Löhen bleiben wegen Tarifverhandlungen stabil
  • Steuerausfälle
  • Preise stagnieren


Tiefstand oder auch Depression

  • Steigender Optimismus macht sich breit
  • Banken haben hohe Liquiditätsreserven Banken
  • Sinkende Zinsen
  • Steigender Konsum
  • Steigende Beschäftigung

Wendepunkte

Im Verlauf eines Konjunkturzyklus gibt es insgesamt zwei Wendepunkte. Die Krise bezeichnet den unteren Wendepunkt. Wenn die Krise erreicht ist geht es nach dem Abwärtstrend wieder steil nach oben.

Der Höhepunkt nach dem Aufschwung ist der Boom. Ist ein Boom erreicht, dann geht es von dem Punkt an nur noch bergab und die Lage verschlechtert sich.


Auf diese Phasen folgt dann wieder ein neuer  Aufschwung und so weiterer und so fort

Wirtschaftswachstum

Die Konjunktur macht Aufschwünge und geht auch wieder nach unten, jedoch sinkt sie immer ein bisschen weniger tief ab. So kommt es, dass sich die Wirtschaft im Verlauf der Entwicklung doch nach oben entwickelt und die so tief sinkt wie an den Punkt, wo die Konjunkurlinien ihren Ausgang nahmen. Dieser Fakt wird Wirtschaftswachstum genannt.

Das Wachstum sorgt für mehr

  • Wohlstand
  • soziale Sicherheit
  • Staatseinnahmen
  • technische Innovation
  • Verteilung von Wohlstand

und das Wirtschaftswachstum ist das Ziel einer gelungenen Wirtschaftspolitik.

Kondratieffs Theorie der langen Wellen

Der Wissenschaftler Kondratieff fand heraus, dass sich die Konjunkturwellen immer wieder wiederholen jedoch in einem Zyklus von ungefähr 50 Jahren mit einem leichten Aufwärtstrend vollziehen. So dokumentierte er, dass es stets wichtige technische Fortschritte gibt, die den wirtschaftlichen Verlauf von Grund auf verändern und zu neuem Aufschwung führen. Diese Entwicklungen reichen von der Einführung der Dampfmaschine bis hin zur Entwicklung des Computers. Solche Entwicklungen führen dann immer zu einem neuen Aufschwung.

Schwankungen und Konjunkturverlauf

Während  der gesamte Konjunkturzyklus ein Vorgang ist, der sich über viele Monate hinweg erstreckt, kann es zu  Abweichungen und Schwankungen kommen. Diese haben sehr verschiedene Ursachen. So ist es möglich, dass die gesamte Wirtschaft gerade in der Boom Phase ist, sich jedoch in der Baubranche und im Hotel Gewerbe eine Kriese einstellt. Diese resultiert dann aus saisonalen Schwankungen und ist ein natürlicher Prozess.

Quellen und weiterführende Literatur

  • http://www.zw-jena.de/arbeit/globalisierung.html
  • http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19808/konjunktur
  • Volkswirtschaftslehre II 0416A03 Dipl.-Volkswirt Matthias Natschinski überarbeitet von Klaus Krampe Seite 42-46
  • Die Prüfung der Fachwirte, wirtschaftbezogene Qualifikationen Seite 45 -46

Montag, 29. Mai 2017

Geldschöpfung


Das Bankensystem

Das Bankensystem besteht aus einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Banken auf deutscher Ebene und auf der europäischen Ebene. Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt ist  deutsche Zentralbank versorgt die Wirtschaft mit Geld. Hier Geld, das Zentralbankgeld besteht aus "echtem Geld", also Bargeld und dem Guthaben der Geschäftsbanken.

Die deutsche Bundesbank hat in den Bankplätzen Zweigstellen, die Landesbanken.

Seit 1998 gibt es die europäische Zentralbank ( EZB ), die mit den Bundesbanken der jeweiligen Ländern das Europäische System der Zentralbanken bildet. Die EZB ähnelt dem Aufbau der Bundesbank.


Geldmenge

In der Eurozone waren 2009 ungefähr 13 Mrd. Banknoten und 82 Mrd. Münzen im Umlauf. Der Wert der Euro betrug 783 Mrd Euro, was für jeden von uns 2500 Euro Bargeld macht. (Quelle: Wirtschaft für Einsteiger ). Doch die Geldmenge ist weitaus mehr als die Summe der Münzen und Scheine, wie diese Aufstellung zeigt. Außerdem ist die Geldmenge nicht gleich die Geldmenge. Man unterscheidet M1, M2 und M3 voneinander. M steht hierbei für money. Diese Geldmengen Begriffe muss man sich immer wieder vor Augen führen, wenn man sich mit dem Thema Geld und Umlauf von Geld beschäftigt.

Die Geldmengen M1 bis M3 setzen sich wie folgt zusammen: Quelle ILS Heft VWL W02

Münzumlauf
+ Banknotenumlauf
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= Bargeldumlauf
– Kassenbestände der monetären Finanzinstitute (MFI)
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= Nettobargeldumlauf
+ Sichtguthaben von Nichtbanken bei monetären Finanzinstituten
+ Sichtguthaben von Nichtbanken bei der Zentralbank
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= Geldvolumen M1
+ Termineinlagen mit einer Laufzeit von bis zu 2 Jahren Einlagen mit einer Kündigungsfrist von bis zu 3 Monaten (z. B. auch Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist) kurzfristige Einlagen
= Geldvolumen M2
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+ Von MFIs ausgegebene geldmarktfähige Wertpapiere (z. B. Geldmarktfondsanteile oder andere Geldmarktpapiere)
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= Geldvolumen M3

An den verschiedenen Geldvolumen kann man auch die Funktionen des Geldes festmachen. Während M1 Geld als Tauschmittel repräsentiert, stehen M 2 und M3 für die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes.

Die Geldmenge ist nicht konstant. Durch das Wirtschaftswachstum, welches ja ein zentrales Ziel der Wirtschaftspolitik darstellt, steigt auch die Geldmenge. Denn durch das Entstehen von mehr Produkten oder teureren Produkten braucht man ja auch eine entsprechend größere Geldmenge, ansonsten käme es zur Teuerung.

Will man nun betrachten wie Geld geschöpft wird, so sollte man auch die Motive der Kassenhaltung von Nichtbanken mit in Betracht ziehen.

Geldschöpfungen


Man kann die direkte von der multiplen Geldschöpfung der Geschäftsbanken unterscheiden .


Die direkte Geldschöpfung
Hierbei fließt Geld aus dem  Bankensektor in den Nichtbankensektor. Dabei wird vom Banksektor Aktiva der Nichtbanken erworben und mit Sichtguthaben oder Geld bezahlt.
Diese Aktiva können

  • Gold
  • Devisen
  • Aktien
  • Wertpapiere
  • Wechsel (...) sein 

Oder man räumt einen Kredit ein.


Multiple Geldschöpfung der Geschäftsbanken

Die Bank braucht nun Passivgeschäfte um ihre Einlagen zu erhöhen.  Die Einlagen der Bank sind eingeteilt in
Mindestreserve ( je nach Vorgabe der EZB, geht als Sicherheitsreserve nicht mit in die Überschussreserve ein  )
Barreserve  ( Dies ist eine Menge an Barguthaben, welches vorgehalten werden muss, falls die Kunden ihre Einlagen zurück haben wollen )
Überschussreserve ( diesen Teil der Einlagen kann die Bank als Kredit vergeben )

Die Banken greifen zu einem Trick, um aus jedem vorhandenen Euro eigentlich mehrer Geld zu machen. Sie schöpfen Geld, indem sie aus dem vorhandenen Guthaben Kredite vergeben. Dieser Kredit landet ja wiederum als Geld auf dem Konto von jemanden. Die Kreditsumme ist somit zwei Mal vorhanden: Einmal als Forderung der Bank A an den Kreditnehmer. Und einmal als Guthaben des Kreditnehmers, welches er unter Umständen bei einer anderen Bank auf dem Konto hat. Diese kann dann wieder mit dem Geld, welches der Kreditnehmer ja als Kredit von Bank A bekommen hat arbeiten. Einen Teil davon muss sie als Sicherheit zurück behalten, doch einen weiteren Teil kann sie wieder als Kredit vergeben. So machen die Banken das in mehreren aufeinander folgenden Stufen für jeden Vorgang.

Ein Beispiel für eine multiple Geldschöpfung

Angenommen wir bekommen 1 000 Euro geschenkt. Diese bringen wir zu unserer Bank A. Die Bank hinterlegt die 1000 Euro als sogenannte Sichteinlage. Nun will die Bank mit den 1000 Euro arbeiten. Doch sie muss eine Mindestreserve an die EZB abgeben, sagen wir diese beträgt 2%. In  unserem Falle also 20 Euro. Nun sollen wir auch noch 18 Prozent Barreserve für die Bank berücksichtigen. Dies wären 180 Euro.

Die Bank A hat also
Sichteinlage 1000 Euro

Barreserve 180 Euro
Mindestreserve 20 Euro
Überschussreserve 800 Euro

Mit der Überschussreserve kann die Bank A arbeiten. Sie vergibt einen Kredit an den Ebay Händler H., der dafür waren einkauft. Diese bezahlt er an Firma B bei der Bank B
Bei der Bank A sieht das dann so aus
Sichteinlage 1000 Euro

Barreserve 180 Euro
Mindestreserve 20 Euro
Forderung an Ebayhänder H für den Kredit 800 Euro
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Die Firma B bekommt den Zahlungseingang und legt diese auf ihrem Bankkonto der Bank B zurück. Bei der Bank B sieht das nun so aus

Sichteinlage 800 Euro

Barreserve 144 Euro
Mindestreserve 16 Euro
Überschussreserve 640 Euro

Bank B kann mit den nun als Überschussreserve hinterlegtem Geld wieder einen Kredit vergeben. Diesen gibt er an Frau C. Diese kauft bei der Baufirma C Bretter für ihren Neubau ein. Firma C hinterlegt das Geld auf dem Bankkonto der Bank C.
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Aus Sicht von Bank B sieht es nun folgendermaßen aus
Sichteinlage 800 Euro

Barreserve 144 Euro
Mindestreserve 16 Euro
Forderung an Frau C. für den Kredit 640 Euro

Bank C hat nun dieses Bild bei sich, diese kann die neuen Gelder als Sichteinlage eintragen
Sichteinlage 640  Euro

Barreserve 115,20 Euro
Mindestreserve 12,80 Euro
Überschussreserve 524,80 Euro
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Die Bank C freut sich über diese Geldanlage und vergibt wieder einen Kredit...

So geht die Kette immer und immer weiter. Bis man die gesamten Möglichkeiten der immer neuen Überschussreserven vollständig ausgeschöpft hat.

Kreditschöpfungsbetrag und Geldschöpfungsmultiplikator

Wie man sieht vermag die Bank aus einer bestimmten Menge Geld noch mehr Geld herzustellen. Wie viel die Bank genau herstellen kann, das kann man mit Hilfe von 2 Formeln errechnen.

Die Überschussreserve wird in Euro angegeben, die Mindesreserve und Barreserve in Prozent ( 80 Prozent wären 0,8)

Die erste Formel ist der Kredtischöpfungsbetrag. Dieser errechnet sich aus Überschussreserve /(Barreserve + Mindestreserve)
Diese gibt den Betrag an wie viel man aus 10000 Euro machen kann.  Der Faktor, der angibt, auf das Wievielfache seiner ursprünglichen Größe sich eine Überschussreserve nach dem Durchlauf durch die Geldschöpfungsprozesse erhöht, nennt man Geldschöpfungsmultiplikator.
Dieser berechnet sich mit
1 / (Barreserve + Mindestreserve )




Quellen und weiterführende Literatur

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Geld
  • Volkswirtschaftslehre II 0416A03 Dipl.-Volkswirt Matthias Natschinski überarbeitet von Klaus Krampe
  • Wirtschaft für Einsteiger, Sekundarstufe I, Arbeitsblätter Bestellnummer 5336, ISBN 978-3-8389-7053-3
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Geld
  • Dahl, Volkswirtschafslehre http://amzn.to/2dzee7a
  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/geldtheorie.html


Montag, 22. Mai 2017

Prüfungswissen Rechnungswesen - Wie die Konten am Jahresbeginn eröffnet werden

Neues Jahr, neues Glück. So oder ähnlich ist es jedes Jahr, wenn die Geschäftsjahre enden und die neuen Geschäftsjahre beginnen. Doch wie genau geht man vor, wenn das Jahr einen neuen Anfang genommen hat und man die Konten noch einmal von vorne an frisch führen muss, um das neue Jahr für sich zu sehen. Hier wird alles einmal genau erklärt.

Was zuvor geschah

Im alten Jahr hat man zunächst das Jahr abgeschlossen. Die Einzelkonten wurden auf das G und V Konto verbucht und gingen in die Bilanz über. Die Bilanz dient zur Grundlage der Bewertung des Unternehmens und für alle weiteren Vorgänge. Mit Ablauf des Geschäftsjahres erfolgte natürlich auch eine Inventur, aus dem das Inventar hervor ging. Am Ende dieses Prozess steht dann die Bilanz. Diese ist die Grundlage für die Eröffnungen im neuen Jahr und zugleich auch der Abschluss der Konten im alten Jahr.

Das Eröffnungsbilanz Konto

Um die Erfolgskonten wieder eröffnen zu können benötigen wir ein Hilfskonto. Wir kennen ja bereits das Schlussbilanz Konto. Für die Wiedereröffnung gibt es das Eröffnungsbilanz Konto. Dies entsteht aus der Bilanz, indem man die Aktivseite auf die rechte Seite schreibt und die Passivseite der Bilanz auf die linke Seite befördert.

Das EBK oder Eröffnungsbilanz Konto ist somit das Spiegelbild der Bilanz.

Beispiel

Bilanz

Aktiva                             Bilanz der Firma Papierperlen                       Passiva
...
Kasse 100 €

EBK

SOLL                             EBK   der Firma Papierperlen                       HABEN
...
                                                                                                              Kasse 100 €

Buchungssätze am Eröffnungstag

Die Aktivkonten werden immer mit dem Buchungssatz
Kasse an EBK eröffnet ( statt Kasse eben mit dem entsprechenden Konto ). So kommt es dann zu Stande, dass in den Konten bei ihrer Eröffnung der Anfangsbetrag auch immer im Soll steht.

Die Passivkonten werden mit EBK an Verbindlichkeiten ( oder anderes Passivkonto ) eröffnet. Diese haben ihren Anfangsbestand am Jahresbeginn stets im HABEN: 

Montag, 15. Mai 2017

Prüfungswissen Rechnungswesen - Inventur - Inventar - Bilanz

 Jeder Rechnungswesen Unterricht beginnt mit den Begriffen Inventar, Inventur und Bilanz. In diesem Beitrag wollen wir die Begriffe Inventar, Inventur und Bilanz voneinander abgrenzen, definieren und erklären welche rechtliche und  betriebswirtschaftliche Grundlage es hierfür gibt.

Laut 240 HGB ist jeder Geschäftstreibender bei der Gründung und Übernahme, sowie beim Schluss des Jahres zu einer Bestandsaufnahme verpflichtet. Dabei sollen Vermögen und Schulden zusammengefasst und erfasst werden und einander gegenüber gestellt werden. Das geschieht im Laufe des Verarbeitungsprozesses von der Inventur bis hin zur fertigen Bilanz. Man sollte zu einem bestimmten  Zeitpunkt die Schulden und das Vermögen sowohl mengenmäßíg als auch wertmäßig erfassen können.

Hierbei muss man unterscheiden ob es sich um eine körperliche Inventur handel , die durch das Zählen und Wiegen und zum Teil auch durch Schätzen die Menge der Gegenstände erfassen kann. Außerdem kann eine Inventur in Form einer Buchinventur ablaufen, bei der die nicht körperlichen Vermögensteile durch Belege erfasst werden.

Die Inventur läuft ab, indem der Inventurleiter den Aufnahmeplan aufstellt und plant und die ordnungsgemäße Durchführung der Inventur überwacht.

Inventurarten
Zeitlich kann man eine Stichtagsinventur und eine verlegte Inventur voneinander abgrenzen.

Eine Stichtagsinventur kann zehn Tage vor oder zehn Tage nach einem Stichtag ablaufen. Dieser Stichtag ist dann die Berechnungsgrundlage und Differenzen in Form von Zu- und Abgänge können dann zu dem Stichtagswert hinzu gerechnet werden oder abgezogen werden.

Eine verlegte Inventur zieht sich zu einem anderen Zeitpunkt hin.

Die permanente Inventur findet laufend statt. Hierzu wird eine Lagerkartei geführt, die dann immer aktualisiert wird, wenn Waren hinzu kommen oder entnommen werden.

Eine Stichprobeninventur fasst mathematisch mit Hilfe von Statistischen Methoden die Werte einer Stichprobe auf die Gesamtheit. Zum Beispiel nimmt man aus einem Sack von Schrauben 1 Messbecher voll Schrauben hinaus. Dann zählt man diese und wiegt diese. Wenn man nun das Gewicht des gesamten Sackes kennt kann man daraus herleiten wie viele Schrauben in dem Sack enthalten sind.


Aus der Inventur geht das Inventar hervor. Hierbei handelt es sich um ein Bestandsverzeichnis.

In dem Bestandsverzeichnis sind alle Vermögensgegenstände und Schulen zu einem Stichtag erfasst. Sie sind nach Menge, Art und Wert aufgegliedert. Die Vermögensteile teilt man in Anlagevermögen und Umlaufvermögen auf. Hierbei ist die Anordnung nach Fälligkeit bereits so vorgesehen wie dies auch später in der Bilanz angeordnet werden soll.

In der Bilanz sind die Inhalte aus dem ausführlichen Bestandverzeichnis zusammen gefasst. Hierbei wird der Inhalt in Kontenform aufgeführt. Das Verhältnis zwischen Vermögen und Schulen wird in den Posten Aktiva = also den Vermögensposten und Passiva ( den Kapitalposten ) gegliedert.  Über die Bilanz und ihren Aufbau, sowie die gesetzlichen Grundlagen werden wir im Verlauf des Blogs noch weitere Inhalte lernen. Die Bilanz gehört zum Prüfungswissen für das Fach Rechnungswesen.

Man sollte:

  • Aus einem Inventar eine Bilanz erstellen können
  • Die Reihenfolge Inhalte in der der Bilanz kennen
  • Wissen welche rechtlichen Grundlagen es für den Aufbau der Bilanz gibt ( HGB)